Am Hohen Ifen: Rutschblock und Tour
Nebelhorn - Seekopf
Gespür für den Schnee 20.-23.1.2011
Und schon wieder die große Überraschung: Es schneite viel mehr als vorhergesagt. Bereits am Freitag hatten wir schönsten Powder und das sollte sich bis Sonntag noch steigern.
Fazit: Lehrplan nicht erfüllt. Den LVS-Test (ist ja eigentlich eh nicht im Programm) haben wir uns geschenkt und stattdessen einen Turbo-Mega-Powderrun gefilmt. Der kam dann gleich am Montag im Fernsehen:
SWR - Landesschau mit Martin Engler
Doch die Schneelage hat eh die wichtigsten Dinge direkt vor Ort gezeigt:
Schnee und Lawinen:
Am Ersten Kurstag wurde erst mal Lawinenauslösemechanismen geschult und dann bald der frische Powder genossen. Das war eine Wohltat nach der langen, neuschneearmen Zeit.
Richtig interessant wurde es dann am Hohen Ifen: Eine noch nicht ausreichende Bindung des Neuschnees zum Altschnee und eine labile Zwischenschicht sorgten für Anschauungsmaterial in Hülle und Fülle. Der Rutschblock ging beim zweiten Versuch auf voller Dicke ab.
Leider wurde die Zeit etwas knapp, um die folgende Abfahrt ganz zu genießen. Es wartete noch der Anstieg zurück zum Skigebiet, welcher uns mit großartigen Stimmungsbildern belohnte.
Den nächsten Tag am Nebelhorn gab erstmal viel Triebschnee, Wind und eine schlechte Schichtverbindung am Koblat. Doch wer die Windverhältnisse kennt, weiss, dass auf der Luvseite oft einige Meter unterhalb bereits unverblasener Schnee liegt. Die Abfahrt im lockeren, sonnigen Powder war deshalb schon mal das erste Highlight. An den Stellen, wo der Neuschnee locker war, konnte er keine Spannungen übertragen. Deshalb und wegen der stabilen Altschneedecke direkt darunter wurden diese Bereiche von mir mit Gefahrenstufe 1 bewertet, obwohl die allgemeine Gefahrenstufe in dieser Höhe bei drei (erheblich) lag.
Den Aufstieg zum Seekopf machten wir zu Fuß, da der Altschnee sehr hart war und man mit Skier oder Schneeschuhen Gefahr lief, wieder hinunterzufallen. Am Seekopf entdeckte ich dann eine super Filmposition - und dass der Neuschnee bereits aufbauend umgewandelt war. Ich versaute dann ein paar Szenen, da ich nicht mehr wusste, ob ich eher den Snowboarder oder die fotogenen Lockerschneerutsche filmen sollte. Ein paar nette Aufnahmen gab es aber trotzdem.
Wenn es auf diesen lockeren, aufbauend umgewandelten Schnee - der zudem von Oberflächenreif bedeckt war - schneit und weht, wird es schnell sehr kritisch. Vor allem dauert es wesentlich länger, bis sich diese Schichten verbunden haben.
Fotogalerie (Bilder anklicken):
Vielen Dank auch an die anderen Fotografen!