Wie in alten Zeiten: Auslösen von kleinen Nassscneerutschen

Am nächsten Tag am Ifen mit Triebschnee

Gespür für den Schnee 13.-16.1.2011

Dieser Kurs war wieder ein Beispiel, dass man nie von Vornherein sagen sollte "es bringt eh nichts". Ich hatte durchaus überlegt, den Kurs zu verlegen, da die Verhältnisse nicht gerade rosig aussahen: Sommerliche Wärme und allgemeiner Schneemangel in Kombination mit einer sehr stabilen Schneedecke...
Tatsächlich war dies dann einer der vielseitigsten Kurse, wo wir fast alle Situationen und Schneesarten in der Praxis untersuchen konnten.

Schnee und Lawinen:

Am Ersten Kurstag war eine starke Erwärmung angesagt. Diese sorgte dafür, dass wir an Südseiten sehr schön die Auslösung von feuchten Lockerschneelawinen testen konnten. Die Filme zeigen, dass dies so manchem Spass gemacht hat...
Die Abstrahlung war aber so groß, dass alle Hangrichtungen mit einem ungünstigeren Einstrahlwinkel sofort nach Abzug der Wolken auskühlten. Da war also nichts mit der angekündigten, höheren Gefahrenstufe, da die Schneedecke dort immer mehr durchfror.

Am nächsten Tag waren wir gleich wieder am Ifen, da es in der Nacht ein paar Zentimeter schneite und starker Wind wehte. Wir erwischten gerade noch die Phase, wo der kleinräumige Triebschnee von der verharschten Unterlage ablösbar war. Es war jedoch auch beeindruckend, wie stark sich Triebschnee auch mit einer nahezu vereisten Unterlage verbindet, wenn die Temperaturen hoch genug sind und sich keine Oberflächenreifschicht darauf befindet. Nach ein paar Stunden ließ sich fast nichts mehr abscheren.

Der letzte Kurstag sah deshalb erst mal langweilig aus, abgesehen von dem sehr schönen, warmen Wetter. Doch dann wollte ich nach einem eingeschobenen, interessanten VS-Gerätetest im Schatten Schiwmmschnee demonstrieren. Dieser war überraschend sehr locker und lag unter einer tragenden Schmelzharsch-Schicht, die wir dann mittels Gruppen-Rutschlblock relativ leicht auslösen konnten. In einem größeren, steilen Hang hätte ich mich da nicht mehr so wohl gefühlt. Allerdings war dieser Schwimmschnee nur an den schneearmen Bereiche so stark ausgeprägt, aber bei großer Zusatzlast wäre da schon eine Auslösung denkbar.

Fotogalerie (Bilder anklicken):