Kurs Gespür für den Schnee am Nebelhorn 9.1.2011
Gespür für den Schnee 6.-9.1.2011
Die Wärme hat dem Schnee schon arg zugesetzt. Erst taute es bis über 2000 Meter und dann sorgte die Abstrahlung dafür, dass wir im Schatten keinen Sulz, sondern Bruchharsch und Harsch bekamen. In den tieferen Lagen war der Schnee deshalb vor allem in den alten Spuren "etwas unschön" zu fahren.
Wie man im nebenstehenden Kurz-Film sehen kann, war der Schnee aber weiter oben gar nicht so schlecht. Schattseitiger gab es sogar noch etwas Pulver und südseitig war Firn anzutreffen.
Schnee und Lawinen:
Die Bilder in der Galerie zeigen es ganz gut: Die Schneedecke ist recht gut verfestigt und gesetzt durch die Wärme der letzten Tage. Die Schwimmschneeschichten sind zumindest in dieser Höhenstufe (ca. 2000 Meter) durch die Wärme verfestigt und nur noch sporadisch im schattigen Steilgelände mit Triebschnee als Gleitflächen auszumachen. Zumindest benötigt es eine größere Zusatzlast und/oder sehr steiles Gelände, damit man etwas in Bewegung setzen kann.
Interessant wird die Schichtverbindung, wenn es darauf schneit. Wie man auf manchen Bilder sieht, gleicht die Schneeoberfläche einem Fleckerlteppich von feinkörnigem Triebschnee bis Eisflächen. Dieses Sammelsurium wird nun eingeschneit und bietet voraussichtlich sehr unterschiedliche Schichtverbindungen. Da es aber relativ warm bleibt, wird sich auch der Harsch relativ schnell verbinden - ausgenommen, es hat sich vorher Oberflächenreif gebildet. Dies ist in dem Föhnwind aber relativ unwahrscheinlich.
Wenn wir Glück haben, bekommen wir vor dem nächsten Wärmeeinbruch zumindest oberhalb 1500 Meter relativ viel Neuschnee. Wenn es mit der Wärme aufklart, wird der Pulver schattseitig konserviert. Wenn es aber vorher kurz bis ganz oben regnet, bekommen wir fürchterlichen Bruchharsch im Schatten. Da wären dann Sonnenhänge angesagt.