03. bis 05. Januar
Diesmal kamen die Skitourengeher auf ihre Kosten: Gefahrenstufe 1, kalter Powder und schönstes Wetter ließen gar keine andere Wahl, als noch die schönen Tage auszunutzen.
Schnee und Lawinen:
Zuerst lag eine windarm gefallene Neuschneeschicht auf der warmen, feuchten Schicht vom Tauwetter um Weihnachten. Dann wurde es wieder sehr kalt und es folgte eine Entwicklung, die klassisch ist für die Entstehung von labilen Schichten in der Schneedecke:
Durch die Temperaturdifferenz zwischen warmer Schneedecke und kalter Oberfäche entstand ein großer Temperaturgradient (= große Temperaturabnahme pro Zentimeter Schneedecke) in der lockeren Neuschneeschicht. Diese wandelte sich dadurch aufbauend um (= größere, grobe Kristalle ohne Zusammenhalt), während sich an der Oberfläche Oberflächenreif ablagerte. Also zwei mögliche Bruchstellen, wenn es wieder darauf schneit und / oder weht.
In den zwei Filmbeiträgen (gedreht auf den Skitouren die letzten Tage) wird dies etwas deutlicher.
Für die aktuelle Lage bedeutete dies aber erst mal nahezu sichere Verhältnisse. Die warme Schicht von vor Weihnachten war gut verfestigt und darauf lag die lockere Neuschneeschicht, die keinerlei Spannungen übertragen konnte. Dafür war sie gerade für langsamere Skifahrer gut zu fahren. Bei höheren Geschwindigkeiten machte sich aber die aufbauende Umwandlung, bzw. der eher schon sandige Charakter der Schneedecke bemerkbar. Am Ende der Schönwetterphase war dann die Oberflächenschicht so locker, dass sie im Steilgelände bei jedem Schwung abrutschte und man ständig auf der Hut sein musste, nicht von hinten von einem schweren, sandigen Lockerschneerutsch eingeholt zu werden. Eine steiler Abfahrt mit Sprung über einen kleinen Felsen traute ich mir dann doch nicht, da ich mir nicht sicher war, dass das lockere Zeug mich nicht über die nächste Felswand spült. Also auch bei Stufe 1 im LLB kann man nicht einfach das Denken aufhören...
Touren vom 31.12. bis 5.1.
Bei solch einer sicheren Lage während Feiertagen ist man leider nicht mehr ganz alleine und manche Hänge glichen eher Buckelpisten als Skitouren. Da kommt man natürlich auf den Gedanken, die richtig steilen und schattigen Runs aufzusuchen. Doch auch da waren wir nicht mehr ganz alleine, aber Powder gabs noch genug.