27.11.2010: Skitour auf den Steineberg
Eigentlich sollte ich am Samstag ja ganz woanders sein, aber es kam alles anders. Erst wurde der Abend zuvor etwas länger, dann waren alle Straßen verschneit, so dass ich viel zu spät zur Lehrteamschulung gekommen wäre. Und so kam ich endlich mal zu der Skitour, die ich ständig vom Büro aus sehe - und die im strahlenden Sonnenschein mit einer tiefwinterlichen Kulisse fast keine andere Wahl ließ.
Gleich vorweg: Die Tour ist nichts für Gebiets-Unkundige, da man ohne genaue Kenntnisse der Route schnell im Unterholz, an einer Felswand oder in einem Wild-Einstandsgebiet landet. Deshalb will ich sie hier auch nicht näher beschreiben, mit Jürgen Schafroth als Insider war es aber die perfekte Frühwinter-Einstiegstour.
Zur Schnee und Lawinenlage:
Der Winter hat nun vor allem im westlichen Oberallgäu alle Register gezogen: Kälte, in der Höhe einen Meter Neuschnee und gleich darauf einen strahlend schönen Wintertag. Vor einer Woche hätte ich noch gewettet, dass nur ein paar Zentimeter Schnee kommen und es damit schon wieder war. Aber was dann kam, war ein richtiges Winterfest - vor allem für die Kinder.
Dadurch, dass es in kurzer Zeit und bei relativ großer Kälte schneite, war der Schnee extrem locker und tief. Die Spurarbeit auf den Steineberg war anstrengend und langwierig - und eigentlich eher für tiefwinterliche Janaur- und Februartage typisch. Die vielen, verdeckten Löcher zwischen den Felsblöcken erschwerten das Spuren zusätzlich.
Wie ich bereits im kürzlichen Newletter vermutet hatte, waren vor allem Grundlawinen durch die Bodenwärme ein Thema. Ein Gleitschneebereich neben unserer Spur (siehe Bildgalerie und Film) setzte sich innerhalb von ca. 4-5 Std. einen halben Meter weit in Bewegung. Doch die Gefahr durch solche Lawinen ist immer noch wesentlich geringer als durch typische Schneebrettlawinen, da sie völlig unabhängig vom Skifahrer irgendwann von selber abgehen. Das Risiko, dass es gerade zum Zeitpunkt der Begehung abgeht, ist zwar vorhanden, aber wesentlich geringer als bei trockenen Schneebrettern. Entlastungsabstände nützen hier zwar nichts, aber (Sicherheits-) Abstände wären dennoch angebracht gewesen, damit sich im Notfall nur einer im Gefahrenbereich befindet.
Ansonsten war der Schnee kalt, tief und gerade recht für meine Powder-Latten (Motto: Skifahren beginnt erst bei einer Skibereite von 10 cm unter der Bindung. Ein Traum! Die Filmversuche sind meine ersten mit der neuen Kamera...
Fotogalerie:
anklicken und durchblättern, dann kommen noch mehr Fotos